Ausbildung zum Beruf der Orthoptistin / des Orthoptisten

Der Beruf der Orthoptistin gehört zu den nichtärztlichen Gesundheitsberufen mit einer gesetzlichen Regelung auf Bundesebene. Die Ausbildung zur Orthoptistin/Orthoptisten regelt das  „Gesetz über den Beruf der Orthoptistin und des Orthoptisten (OrthoptG) und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Orthoptistinnen und Orthoptisten (OrthoptAPrV). 

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet an Fachschulen für Orthoptik statt, die Universitätskliniken angegliedert sind. Die Ausbildung umfasst eine Mindeststundenzahl von 4500 Stunden, die sich in theoretischen und praktischen Unterricht (1700 Stunden) sowie in praktische Ausbildung (2800 Stunden) unterteilt. Die Inhalted des theoretischen und praktischen Unterrichts setzen sich aus medizinischen, orthoptischen, neuro-ophthalmologischen und rehabilitativen Bereichen zusammen. Den Ausbildungsabschluss bildet die staatliche Prüfung, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Führen der Berufsbezeichnung Orthoptist/Orthoptistin. 

Zulassungvoraussetzung und Bewerbung

Die gesetzliche Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung bildet ein Realschulabschluss, eine andere gleichwertige Ausbildung oder eine nach Hauptschulabschluss abgeschlossene mindestens zweijähriger Berufsausbildung. Die Mehrzahl der Bewerberinnen verfügt aber, laut Statistik über eine Hochschulzugangsberechtigung. 

Die Bewerbung ist jeweils an die einzelnen Berufsfachschulen zu senden. Jede Schule hat ihren eigenen Bewerbungszeitraum, individuell geforderte Bewerbungsunterlagen und in der Regel eine gesonderte Aufnahmeprüfung. Genaue Angaben zur Bewerbung finden sich auf den jeweiligen Internetseiten der Schulen.

Für die Ausbildung zur Orthoptistin/Orthoptisten wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt. Die an den Universitätskliniken angeschlossenen Schulen sind kostenfrei. Anfallende Kosten für die Ausbildung sind u. a. Lernmittelkosten, wie z. B. Fachliteratur und Arbeitsmaterialien. 

Gesetz über den Beruf der Orthoptistin und des Orthoptisten

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung

Flyer Berufsbild und Ausbildung der Orthoptistin/des Orthoptisten

Schüler einer Orthoptik-Fachschule, die ab 1990 ihre Ausbildung absolviert haben bzw. absolvieren, können durch das Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz keine Rentensteigerung für die Fachschulzeiten in Anspruch nehmen.

Studienmöglichkeiten für Orthoptistinnen

Mit der aus dem Bolognaprozess resultierende Umstrukturierung der Studiengänge hat sich ein gestuftes Hochschulsystem entwickelt. Der Bachelorstudiengang bildet hierbei als Regelabschluss den ersten berufsqualifizierenden akademischen Grad. In Bachelor-studiengängen werden wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenzen und berufsfeldbezogene Qualifikationen entsprechend des Profils der Hochschule und des Studiengangs vermittelt. Ein Bachelorabschluss kann an Fachhochschulen oder Universitäten erworben werden.

Ausbildungsintegrierender Studiengang für Orthoptistinnen 

Die Orthoptistenschule am Universitätsklinikum Heidelberg biete einen ausbildungs-orientierten Bachelor-Studiengang  „Interprofessionelle Gesundheitsverorgung (B.Sc.)“ an der Universität Heidelberg an.

Dieses Angebot der Medizinischen Fakultät ermöglicht im Verlauf des Studiums zwei Abschlüsse parallel zu erwerben: Ein staatlicher Abschluss / Examen in einem Gesundheitsberuf (Orthoptik) sowie den akademischen Grad "Bachelor of Science" (B.Sc.). Der erste Abschluss qualifiziert zur Berufsausübung als Orthoptistin. Der Bachelor-Abschluss verleiht neben den praxisrelevanten Kompetenzen die Möglichkeit, einen akademischen Karriereweg einzuschlagen. 

Aufbau des Studiums
Die Regelstudiendauer beträgt 8 Semester (180 Leistungspunkte). 
In die Semester 1 bis 5 ist die Ausbildung zur Orthoptistin integriert. Hier werden die Grundlagen für die spätere berufliche Tätigkeit gelegt. In den folgenden drei Semestern wird das Studium an der medizinischen Fakultät intensiviert. 

Näheres unter:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Bachelor-Studiengang-Interprofessionelle-Gesundheitsversorgung.119664.0.html

Master of Science in Orthoptik

An der FH Wien wird ab Herbst die Möglichkeit bestehen berufsbegleitend einen Master in Orthoptik zu absolvieren. Geplant ist, dass die Studenten individuell in 4 bis 10 Semestern weitere Kompentenzen im Gesundheitswesen erlernen, wie z. B. Evidenzbasiertes klinisches Arbeiten, Projektmangagment usw.

Nähere Informationen finden Sie unter http://www.fh-campuswien.ac.at/lehrgaenge/gesundheit/masterlehrgaenge/orthoptik/ueberblick/

Weiterhin bietet die FH Wien ab Herbst 2013 den Bachelor Studiengang in Orthoptik an (Vollzeit, 6 Semester) mit dem Abschluss Bachelor of Science in Health Studies (BSc).

Nähere Informationen finden Sie unter:
http://www.fh-campuswien.ac.at/bachelor___master/gesundheit/bachelor/orthoptik/ueberblick/

Lehramtsstudium an der MSH Medical School Hamburg

Lehrkräften im Gesundheitsbereich können ab dem Wintersemester 2013 ein Bachelor- und Masterstudium Medizinpädagogik in Teilzeit an der MSH Medical School Hamburg, University of Applied Sciences und Medical University absolvieren. 

Für nähere Informationen: www.medicalschool-hamburg.de, info@medicalschool-hamburg.de 

 

Bachelor-Studiengang "Gesundheit und Diversity".
Hierbei handelt es sich um eine 6-semestrigen Vollzeitstudiengang an der Hochschule für Gesundheit in Bochum. Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester.
Der Studiengang beinhaltet den Erwerb gesundheitswissenschaftlicher, soziologischer, betriebswissenschaftlicher und didaktischer Kompetenzen.
Näheres findet man unter www.hs-gesundheit.de 

Der Bachelor-Studiengang "Gesundheitsorientierte Sozialraumgestaltung" ist berufsbegleitend und umfasst insgesamt 8 Semester inklusive der Bachelorarbeit. Der Studiengang richtet sich an Berufsangehörige von Gesundheitsberufen, die über eine mindestens 2-jährige Berufserfahrung verfügen.
Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester, es fallen keine Studiengebühren an.
Näheres ebenfalls unter www.hs-gesundheit.de 

Lehrorthoptistin / Lehrorthoptist

Das Berufsbild der Lehrorthoptistin ist nicht gesetzlich geregelt. Da die Schulen zur Ausbildung von Orthoptistinnen nicht dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) unterliegen, sind die ggf. Voraussetzungen, die Lehrende an den orthoptischen Ausbildungsstätten vorweisen müssen, auf Landesebene geregelt. Die Bandbreite der gesetzlichen Vorgaben sind daher entsprechend unterschiedlich.

Der BOD hat vor einigen Jahren Richtlinien zur Anerkennung zur Lehrorthoptistin ent-wickelt. Nach bestandener Prüfung wird ein Zertifikat verliehen.





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