Sehen testen

Zum Sehen gehören verschiedene Aspekte, die separat getestet werden.

Die Sehschärfe, die Fähigkeit des einzelnen Auges und beider Augen gemeinsam kleinste Details wahrzunehmen und aufzulösen, wird mit verschiedenen Verfahren getestet, die sowohl auf das Lebensalter und als auch auf die Fähigkeiten des Patienten abgestimmt sein müssen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern wird die Methode des "bevorzugten Sehens" (Preferential Looking) angewandt. Mit spezifischen Karten, die auf der einen Seite ein Streifenmuster oder ein Bild enthalten und auf der anderen Seite musterlos sind, werden die Blickreaktionen des Kindes beurteilt. Diese Methode kann aber auch bei älteren Patienten hilfreich sein, die nicht aktiv kommunizieren können, auch z. B. mehrfachbehinderte Patienten.

Im Vorschulalter können die Kinder bereits die Öffnung eines Kreises angeben. Hierbei handelt es sich um ein standardisiertes Sehzeichen, dem "Landolt-Ring". Mit diesem Sehzeichen kann auch das Auflösungsvermögen eng benachbarter Sehzeichen geprüft werden, was die Voraussetzung für das Erlernen des Lesens ist. 

Preferential-Looking
Preferential-Looking
Lea-Symbole
Landolt-Ring

Binokularsehen

Die Fähigkeit, die Seheindrücke beider Augen gleichzeitig wahrzunehmen und zu einem dreidimensionalen Bild zu verknüpfen, nennt man Binokularsehen (beidäugiges Sehen). Dies kann man z. B. mit den nachfolgend dargestellten Untersuchungen testen.

Titmus-Test mit Polarisationsbrille
Lang-Test

Augenbewegungen

In der orthoptischen Untersuchung werden sowohl die Bewegungen des einzelnen Auges, als auch beider Augen meist mit Hilfe eines Stablämpchens untersucht. Der Patient muss mit den Augen das Licht fixieren und folgen. Dabei beurteilt die Orthoptistin, wie gut beide Augen zusammen oder jedes einzelne Auge allein alle geforderten Blickrichtungen erreichen. Abhängig von der jeweiligen Fragestellung werden auch spezielle Untersuchungen durchgeführt, um auch andere Aspekte, z. B. die Geschwindigkeit von willkürlichen und reflexartigen Augenbewegungen genauer zu beurteilen.

Refraktionsbestimmung

Die Refraktionsbestimmung, d. h. die Bestimmung der Brechkraft der Augen, wird von der Orthoptistin/dem Orthoptisten und/oder dem Augenarzt/der Augenärztin durchgeführt. Es soll festgestellt werden, ob der Patient eine korrekturbedürftige Fehlsichtigkeit (Weit-, Kurzsichtigkeit und/oder Hornhautverkrümmung) hat, die mittels einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden muss oder, ob die aktuell getragene Brille/Kontaktlinsen noch die richtigen Werte hat. Für diese Untersuchung werden häufig Augentropfen zur vorübergehenden Pupillenerweiterung und Lähmung des Fokussierungsmechanismus (Akkommodation) gegeben, bei Kindern ist dies in regelmäßigen Abständen unbedingt zu empfehlen.





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